Die Blockchain Kinderpornographie Ente

Die Blockchain Kinderpornographie Ente

Wieder einmal zeigen die Mainstream-Medien, dass es keinen echten investigativen Journalismus mehr gibt. Da wird eine seit 2013 bekannte Problematik der “Blockchain Kinderpornographie” wiedergekaut und von allen Medien blind abgeschrieben und als die Sensation schlechthin verbreitet.
Das dokumentiert nicht nur unfähigen Journalismus, sondern es wirft eher die Frage auf, von wem die Medien gesponsert werden. Lobbyismus vom feinsten. Hier ein paar Beispiele der abschreibenden Zunft:

ACHTUNG – FAKE News !!!

Alte Enten wiedergekaut

Niemand kann sich wirklich erinnern, was Bitcoin als erstes gebrandmarkt hat. War es ein Werkzeug von Terroristen, Drogenhändlern oder Kinderpornographen? Alles was man sicher sagen kann ist, dass alle drei Enten im Laufe der Jahre regelmäßig ausgetrottet wurden.

Diese Woche nun dreht sich alles wieder einmal alles um Pornographie der schlimmsten Sorte. Kinderpornographie ist das Thema des Tages dank einer neuen Forschungsarbeit. Kurz Zusammengefasst:
Blockchains … zeichnen unwiderruflich beliebige Daten auf, von Kurznachrichten bis zu Bildern. Dies ist nicht ohne Risiko für Benutzer, da jeder Teilnehmer die gesamte Blockchain lokal replizieren muss, insbesondere auch potenziell schädliche Inhalte … Unsere Analyse zeigt, dass bestimmte Inhalte, z. B. illegale Pornografie, den bloßen Besitz einer Blockchain illegal machen können … unsere Analyse zeigt mehr als 1600 Dateien auf der Blockchain, über 99% davon sind Texte oder Bilder. Unter diesen Dateien gibt es eindeutig anstößige Inhalte wie Links zu Kinderpornografie, die an alle Bitcoin-Teilnehmer verteilt werden.

Das alles klingt ziemlich erschreckend. Und angesichts dieser alarmierenden Schlagzeilen dieses Forschungspapieres müsste man vermuten, dass das Sondereinsatzkommando gleich zu jeder bekannten Bitcoin Adresse fährt und Verhaftungen vornimmt!

Aber, die wahre Geschichte sieht etwas anders aus!

Bitcon News aus 2013

Die neuesten Meldungen aus dem Jahr 2013 !!!

Alte Nachrichten bleiben alte Nachrichten

Die “Kinderpornographie auf der Blockchain Meldung” ist wahrhaftig nichts neues! In der Tat wurde es erstmals im Jahr 2013 durch den Kakao gezogen und jetzt, fünf Jahre später wiederbelebt. Und das nur, weil ein neues Papier den Behauptungen angebliche Legitimität verliehen hat. Die Nachrichtenagenturen gingen schnell wieder blindlings auf die Geschichte ein.
Die falsche Hypothese ergibt sich aus der Tatsache das es möglich ist, Informationen in der Blockchain zu codieren. So verbarg Satoshi seine Botschaft im Genesis-Block: “The Times 03/Jan/2009 Chancellor on brink of second bailout for banks”. Wer die Blockchain untersucht findet diese Worte jedoch nicht. Stattdessen wird der folgenden Hash: 000000000019d6689c085ae165831e934ff763ae46a2a6c172b3f1b60a8ce26 gefunden. Das ist der coinbase-Parameter des Blocks (hat nichts mit der Exchange Coinbase zu tun), in hex geschrieben.

Eine im Juli 2017 veröffentlichte Arbeit mit dem Titel Data Insertion in Bitcoins Blockchain untersuchte dieses Thema genauer und erklärt, dass die coinbase-parameter “beliebig sind und bis zu 100 Bytes groß sein können”. Nur Miner haben die Möglichkeit Daten auf diese Art und Weise einzufügen. Diese Option wird typischerweise verwendet, um Mining-Unterstützung für vorgeschlagene Protokolländerungen zu signalisieren. Es gibt fünf weitere Möglichkeiten wie Daten auf der Bitcoin-Blockchain codiert werden können. Dabei steht die Option OP_RETURN im Mittelpunkt der Kinderpornographie. Das Forschungspapier 2017 erläutert, dass “diese Methode geeignet ist, kleine Datenmengen (oder Transaktionsmetadaten) einzufügen, aber sie ist nicht für große Datenmengen geeignet.”

80 Bytes sind alles, was OP_RETURN speichern kann. Darüber hinaus können diese Informationen gelöscht werden. Das liegt daran, dass Bitcoin-Knoten in der Lage sind “provably unpendable” UTXOs, zu denen OP_RETURN-Daten gehören, aus Gründen der Effizienz zu beschneiden.

Jeder, der die Bitcoin-Blockchain verwenden möchte um Kinderpornographie zu suchen, müsste den folgenden Prozess durchführen:

  1. Lade die gesamte Bitcoin-Blockchain herunter und durchsuche 251 Millionen Transaktionen um die 1,4% zu finden, die eine Art von beliebigen, darin kodierten Daten enthalten.
  2. Stelle sicher dass die Version der Blockchain die du verwendest keiner Beschneidung unterzogen wurde, die OP_RETURN-Daten entfernt haben könnte.
  3. Extrahiere alle Weblinks die in den Daten verborgen sind, indem du eine Art Steganographie verwendest.
  4. Gebe die Links in deinen Browser ein um noch Webseiten zu finden, auf die du zugreifen kannst.

Zu behaupten, dass die Bitcoin-Blockchain Kinderpornographie enthält ist unaufrichtig und nicht sinnvoller als zu behaupten, dass das Internet Kinderpornographie enthält. Du kannst bis zu 100 Jahre alt werden und niemals Kinderpornographie im Web sehen, weil das Web so nicht funktioniert. Und so funktioniert die Blockchain auch nicht.

Glaube den Schlagzeilen nicht!

Die Behauptung, dass es Kinderpornographie auf der Blockchain gibt ist vergleichbar mit dem Umstand, dass jemand beim Spaziergang durch den Bundestag ein Papierschnipsel, auf dem ein entsprechender Hash codiert ist, fallen lässt und anschließend behauptet, die Bundesregierung speichert obszönen Inhalt.

Der respektierte Bitcoin-Kommentator Nic Carter schrieb:
“Jeder Journalist, der über willkürliche Inhaltsinjektionen in die Bitcoin-Blockchain schreibt, sollte sehr genau darauf achten inwieweit dieser Inhalt existiert, extrahierbar, sichtbar ist usw. Eine Textzeichenfolge, die einen URL-Link zu einer “Website, die etwas anzeigt” enthält, ist nicht “die Sache selbst”. Das ist eine extrem schlechte Interpretation. Verbinde die beiden nicht miteinander. Wenn Sie bereit sind zu behaupten, dass “die Blockchain X enthält”, sollten Sie in der Lage sein zu beweisen, dass Sie X extrahieren können.”

Steganographie und Blockchain-Dateneinfügung sind faszinierende Themen, die genauer untersucht werden sollten. Aber zu behaupten, dass die Blockchain Kinderpornographie enthält, ist irreführend bis zur Unwahrheit. Es ist möglich, einen versteckten Link in jeder Datenbank zu verschlüsseln, einschließlich Facebook, Twitter und Wikipedia.

Die Handlung an sich beweist nichts anderes als die Faszination von einigen Menschen, Botschaften in Botschaften zu verbergen – und das seit 1499.

Was glaubst du was der wahre Grund dafür ist, dass die Mainstream Medien dieses Thema wiederkauen sowie ungeprüft und blindlings voneinander abschreiben und propagandistisch verbreiten?

Quelle: Bitcoin.com